IFPE-Fachtagung 2025 – Pflanzenbasierte Ernährung im Fokus

Tagungsraum mit der Präsentationsstartfolie der Fachtagung Pflanzenbasierte Ernährung vom IFPE

IFPE-Fachtagung „Pflanzenbasierte Ernährung – innovativ und gesundheitsfördernd oder riskant?“


Am Freitag, den 21. November 2025 fand im Science Park Kassel die erste Fachtagung des Forschungsinstituts für pflanzenbasierte Ernährung (IFPE) mit dem Titel „Pflanzenbasierte Ernährung – innovativ und gesundheitsfördernd oder riskant?“ statt. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Beratung und Industrie diskutierten aktuelle Erkenntnisse rund um neue kritische Nährstoffe, vegane Sport- und Familienernährung sowie gesundheitliche Chancen und Risiken der pflanzenbasierten Ernährung.

Bereits im Vorfeld der Veranstaltung ist klar, dass das Thema weiterhin viel Diskussionsstoff bietet. Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln gilt heute als gesundheitsfördernd und ressourcenschonend – dennoch bestehen Unsicherheiten, insbesondere im Hinblick auf kritische Nährstoffe und mögliche Defizite bei rein pflanzlicher Kost.


Meine wichtigsten Erkenntnisse rund um die pflanzenbasierte ernährung


Neue kritische Nährstoffe

Einige neue kritische Nährstoffe der veganen Ernährung sind unter anderem Arachidonsäure, Taurin sowie Cholin. Hier fehlen noch weitere Studien, um erste Handlungsempfehlungen für die vegane Ernährungsweise zu bestärken. Meine Keynotes sind, dass man mit Arachidonsäure und Cholin als gesunder Erwachsene ausreichend versorgt ist und Taurin zur Sicherheit supplementieren kann, aber es in jedem Fall noch weitere Forschung benötigt um diese Empfehlungen abschließend zu bestätigen. Weitere Informationen gibt es unter „Publikationen“ direkt auf der Homepage vom IFPE ⇗.

vegane ernährung und Sport

Bei Sport und veganer Ernährung sollte vor allem darauf geachtet werden direkt vor dem Training nicht zu viele Ballaststoffe aufzunehmen, nach dem Training kann und sollte jedoch wieder vollwertig gegessen werden. Auch kann ein Eisenmangel durch Sport verstärkt werden, hier empfiehlt es sich also einen genaueren Blick auf die Ernährung und die eigenen Blutwerte zu werfen. Insgesamt wurde betont, dass zuerst die Lebensmittelauswahl vor allem in Bezug auf die Qualität der Protein- und Kohlenhydratquellen sowie die Zusammensetzung der einzelnen Mahlzeiten entscheidend sind. Supplemente können hier keine ausgewogene auf den Sport angepasste Ernährung ersetzen.

vegane Familienernährung

Kinder dürfen eine eigene Essensbiografie schreiben, diesen Input fand ich besonders wertvoll. Kinder essen heutzutage nicht nur bei den Eltern zu Hause, sondern auch in Einrichtungen wie der KiTa oder bei den Großeltern. Hier sollte dem Kind das Gefühl vermittelt werden, dass es eigene Entscheidungen treffen darf, auch wenn Eltern zu Hause eine bestimmte Ernährungsweise bevorzugen. In der Beratung sollte generell der Fokus auf das, was bereits gut klappt gelegt werden und mit viel Empathie und positiver Einstellung Familien unterstützt werden die Ernährung ausgewogen zu gestalten.

gesundheitliche vor- und nachteile der pflanzenbetonten ernährung

Chancen und Risiken für die Gesundheit bei veganer Ernährung sind zum Teil noch nicht durch genügend Studien gestützt. Aktuell lässt sich jedoch sagen, dass die pflanzenbetonte Ernährung einen positiven Einfluss auf den Blutdruck und das Cholesterin hat. Risiken bestehen bei einem erhöhten Auftreten von Frakturen. Die Chancen ergeben sich vor allem durch die erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen, sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, der verminderten Kalorienmenge und geringeren Aufnahme von gesättigten Fettsäuren. An ihre Grenzen kommt die vegane Ernährung bei manchen Nährstoffen wie B12 und omega-3-Fettsäuren sowie der ausreichenden Proteinzufuhr. Zusätzlich ist die Kohlenhydratquelle entscheidend. Hier können sowohl veganer als auch Mischköstler (Personen die auch Fleisch und Fisch verzehren) weniger gesunde Alternativen wählen, welche einen erheblichen Einfluss auf die Vor- und Nachteile der jeweiligen Ernährungsform haben.


Fazit


Die IFPE-Fachtagung 2025 war ein gelungenes Beispiel dafür, wie Wissenstransfer und interdisziplinäre Zusammenarbeit Ernährung nachhaltig voranbringen können. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, dass pflanzenbasierte Ernährung weit mehr ist als ein Trend – sie steht für einen beginnenden Wandel in Wissenschaft, Produktion und Konsumverhalten.

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